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Entdecke die Hanfpflanze - EINFÜHRUNG

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CANNAMIGO erklärt: Grundlagen und Wissenswertes zu Hanf

Eine uralte Kulturpflanze

Die Hanfpflanze hat in unserem Sprachgebrauch viele unterschiedliche Bezeichnungen: Hanf, Cannabis oder Marihuana. Es gibt auch noch weitere umgangssprachliche Begriffe wie Gras oder Weed, welche die Pflanze oder ihre Erzeugnisse beschreiben. Cannabis der Name der Pflanzengattung und der gewöhnliche oder echte Hanf ist eine Pflanzenart innerhalb dieser Gattung. Cannabis gehört zur Pflanzenfamilie der Cannabaceae (Hanfgewächse), deren bekannteste Pflanzen der Familie neben Hanf der Hopfen ist. Hanf ist eine Jahrtausende alte Heil-, Nutz- und Zierpflanze, die wir so als Menschen schon lange in den unterschiedlichen Kulturen nutzen.

Aus biologischer Sicht ergibt sich folgende Systematik:

DEUTSCH LATEINISCH
Familie Hanfgewächse Cannabaceae
Gattung Hanf Cannabis
Arten Gewöhnlicher / Echter Hanf Cannabis sativa
Indischer Hanf Cannabis indica
Ruderal-Hanf Cannabis ruderalis

Abb 1: Historische Illustration männliche und weibliche Hanfblüte (Cannabis Sativa) (Quelle)

Das Wort “Cannabis” hat seinen Ursprung im Griechischen (kánnabis, “Hanf”) und wurde in das Lateinische übernommen. Das Wort “Hanf” hat germanische Wurzeln.

Hanf ist eine einjährige Pflanze, was bedeutet, dass sie ihren gesamten Prozess von der Keimung bis hin zum natürlichen Absterben in nur einer Vegetationsphase durchläuft. Hanf stammt wahrscheinlich ursprünglich aus dem asiatischen Raum und kann bis zu fünf Metern hoch wachsen, abhängig von den Wachstumsbedingungen und von der Art.

Generell kann man folgende drei Arten oder Unterarten der Gattung Hanf unterscheiden:

Cannabis sativa

  • hat seinen Ursprung in Asien, Amerika und Afrika.
  • bevorzugt feuchtere Klimazonen
  • wächst groß und schlank (Tannenbaum), bis zu fünf Metern
  • lange und dünne Blätter

Cannabis indica

  • hat seinen Ursprung in Pakistan und Indien
  • bevorzugt eher trockenes Klima
  • wächst kleiner und robuster (Busch), ca. 1,5 Meter
  • breite und kürzere Blätter

Cannabis ruderalis

  • hat seinen Ursprung in Sibirien und Kasachstan
  • gewöhnt an kurze Lichtzyklen und einer schnelleren Blüte
  • wächst klein und verwildert (Unkraut)
  • kleine Blätter und weniger verzweigt
Abb 2: Unterschiedliche Arten der Hanfpflanze (Quelle)

Die meisten Sorten, auch Strains genannt, sind heutzutage durch Züchtung und Selektion Hybrid-Sorten. Auch bestimmte Eigenschaften wie das "autoflowering" (selbstblühend), wurde durch die Verbindung der Eigenschaften der Cannabis Ruderalis mit Cannabis sativa und Cannabis indica Sorten speziell gezüchtet.

Es gibt männliche als auch weibliche Blüten, die in der Regel auf unterschiedlichen Pflanzen wachsen. In Ausnahmen gibt es auch zweigeschlechtliche Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüteständen (“Zwitter”). Die männlichen und weiblichen Pflanzen können anhand ihres Aussehens unterschieden werden, denn die männlichen tragen im Vergleich zu den weiblichen sogenannte rispenartige Trugdolden, die bis zu 25 Zentimetern lang werden können. Im Gegensatz hierzu erkennt man an der weiblichen Pflanze die kugeligen Fruchtknoten, aus denen später die weibliche Blüte wächst. In der Regel braucht man für die Befruchtung der weiblichen Pflanzen keine Bienen, denn Hanf ist windbestäubt.

Ressource, Medizin und Genussmittel

Hanf wird als vielfältige Nutzpflanze geschätzt, die als Quelle zur Rohstoffverwendung, als Medizin und Heilmittel sowie als Genussmittel genutzt werden kann. Für all diese Bereiche gelten unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen.

… als Rohstoff: Hanf ist ein toller nachwachsender Rohstoff, aus dem mehrere tausend unterschiedliche Dingen hergestellt werden können. Er findet vielseitige unterschiedliche Anwendungen z.B. als Dämmstoff, zur Papierherstellung, als Zellstoff oder als Biokraftstoff. Die Möglichkeiten, was man alles aus Hanf machen kann, sind unendlich und noch lange nicht ausgeschöpft.

… als Medizin: Cannabis, insbesondere die darin enthaltenen unterschiedlichen Cannabinoide und Terpene (ätherischen Öle), befinden sich in einer Renaissance in der modernen Medizin. Der Nutzen der beiden Hauptwirkstoffe THC und CBD für den therapeutischen Einsatz im Rahmen einer Behandlung der Patienten wird wieder mehr gesehen und finden als nebenwirkungsarme Alternative zu traditionellen Medikamenten ihren Platz als individuelle Therapieoption. Die Datenlage zu Cannabis als Medizin hat sich auch stark verbessert und es finden mehr Studien und Forschung zu den therapeutischen Einsatzmöglichkeiten statt.

… als Genussmittel: was in der Medizin eine unerwünschte Nebenwirkung ist, ist für Genusskonsumenten ein gewünschter Effekt: die psychoaktive Wirkung des Cannabinoids THC. Bis auf wenige Ausnahmen wie Kanada ist der Genusskonsum aktuell in den meisten Ländern dieser Welt nicht gestattet.

Abb. 3: Feld mit Nutzhanf von CANNAMIGO Farming in Österreich

Je nachdem in welchem dieser Bereiche das Cannabis genutzt werden soll, legt man den Schwerpunkt in der Kultivierung auf unterschiedliche Aspekte: Für Nutzhanf als Rohstoff und Lebensmittel legt man den Schwerpunkt auf die Faser bzw. die Frucht für Lebensmittel, bei Medizinalcannabis legt man den Schwerpunkt auf die Blüte sowie auf Extrakte, die auf unterschiedliche Arten aus der Pflanze gewonnen werden. Auch beim Genusskonsum liegt der Schwerpunkt im Anbau auf den Blüten sowie den daraus herstellbaren Extrakten.

Nutzhanf muss nach Vorgabe der Europäischen Union einen THC-Gehalt von weniger als 0,2% enthalten, was aber auch je nach Land unterschiedlich abweicht z.B. in Italien sind weniger als 0,6%, in Österreich weniger als 0,3% und in der Schweiz weniger als 1%. Die Sorte der Nutzhanfpflanzen, die man offiziell anbauen darf, werden über den EU-Sortenkatalog definiert. Die Samen zum Nutzhanfanbau in der EU müssen jedes Jahr neu gekauft werden.

In Deutschland dürfen Privatpersonen kein Hanf anbauen - auch keinen Nutzhanf. Zu den Voraussetzungen gehören eine spezielle Genehmigung und auch eine entsprechende Fläche, die man bewirtschaften muss. Wer privat Hanf anbaut, muss mit einer Strafverfolgung rechnen, auch wenn die Person es aus Versehen macht. Im Gegensatz zu Österreich ist in Deutschland auch der Anbau als Zierpflanze nicht erlaubt. In Österreich haben Bürger die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen, Stecklinge als Zierpflanze zu ziehen, denn es herrscht kein generelles Anbau- und Aufzuchtverbot von Hanfpflanzen - vorausgesetzt die Pflanze geht nicht in die Blüte.

Dieser Artikel ist die Einleitung zu einer Serie, die wir neu starten. Entdecke mit CANNAMIGO die Wunderpflanze Hanf und lerne in den nächsten Artikeln über all die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten, die es für Hanf gibt.

Wir haben die Serie in 3 Teile gegliedert:

  • Teil 1: Stamm und Wurzel: die Hanffaser ist eine der stärksten natürlich vorkommenden Fasern, die man vielseitig einsetzen kann. Aber man kann noch so viel mehr daraus herstellen.
  • Teil 2: Samen und Öl: die Früchte der Hanfpflanze sind die Hanfsamen. Aus ihnen kann man ein hochwertiges Öl pressen und weitere tolle Nahrungsmittel oder Kosmetika herstellen.
  • Teil 3: Blätter und Blüten: die Blätter und Blüten enthalten den höchsten Anteil an Cannabinoiden. Hier gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Sorten und “Geschmacksprofilen”, die Cannabis so besonders machen.

Folgt uns auf Facebook und Instagram und seid immer informiert, wenn ein neuer Artikel von CANNAMIGO erscheint. Wir freuen uns darauf, mit euch spannende Informationen und interessanten Fakten rund um die Hanfpflanze und ihr unermessliches Potenziale zu entdecken.

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